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Solidaritätserklärung – 19. Feb. 2019

Internationaler Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch

Internationale Koordinierungsgruppe Hamburg/Rotterdam

19. Februar 2019

An die Kolleginnen und Kollegen der Werft von Astillero Rio Santiago

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben von eurem Kampf und Streikaktionen beginnend im Jahr 2018 gehört. Wir sprechen euch die volle Solidarität im Kampf gegen die Entlassung von 3000 Arbeitern aus. Euer Kampf hat weit über die ökonomische Seite hinaus Bedeutung – für Arbeiterrechte, für eine lebenswertes Dasein, für Leben und Arbeit in Würde. In all dem kämpft ihr entschlossen gegen die reaktionären Politik der Macri -Regierung und deren brutalen Einsatz von Polizeikräften. Wir haben großen Respekt vor der langen Tradition eurer Kämpfe, die sich schon in den 1990er Jahren erfolgreich gegen die Privatisierungspläne zur wehr gesetzt haben.

Es muss ein Grundanliegen aller Hafenarbeiter, Werftarbeiter, Transportarbeiter weltweit sein, dass kein einziger Kampf und Streik auf den Werften und Häfen alleine bleibt. Die Kraft der vereinten und einigen Arbeiterklasse ist stärker als die Ausbeuterherrschaft der Kapitalisten. Lassen wir uns nicht spalten in Nationen, Hautfarben, Standorte …

Hoch die internationale Solidarität.

Bisher haben sich im Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustausch Hafen und Werftarbeiter aus Europa, vor allen Dingen aus den Niederlanden, Deutschland und Russland zusammengeschlossen. Wir arbeiten in verschiedenen Gewerkschaften und setzen uns dort dafür ein, dass diese tatsächliche Kampforganisationen für uns Arbeiter und Angestellte sind! Wir haben inzwischen eine Homepagewww.dockers-international.orggeschaffen. Der Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch ist weltanschaulich offen für eine Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung. Aber wir sind vom ganzen Herzen, unsere Geschichte und Überzeugung Antifaschisten. Um diese Anliegen zu stärken arbeiten wir auch eng mit der revolutionären Weltorganisation ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) zusammen

Wir werden euer Kampf und euer Anliegen unter anderem über unsere Homepage und die Aktivisten des Hafenarbeiter Erfahrungsaustausches bekannt machen.

Wir wünschen euch, euren Familien viel Kraft und Solidarität,

You never walk alone
Hoch die Internationale Solidarität

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen


Solidarität mit den Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern in Setúbal notwendig!

Nachdem 309 unständige Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter sich vor etwas mehr als einem Vierteljahr entschlossen aus Protest gegen die Ignoranz ihrer Lage in die Gewerkschaft SEAL einzutreten, wurden sie durch die Hafenbetriebe von denen sie angefordert wurden gemoppt, nicht mehr beschäftigt etc.. Sie arbeiten im RoRo-Bereich der Häfen Madeira, Leixões und Setúbal.

Ihre Forderungen waren, dass sie fest eingestellt und die entsprechenden minimalen Sozialversicherungen bekommen. Stattdessen versuchen nun die Hafenbosse Kolleginnen und Kollegen aus anderen Häfen für diese Tätigkeiten zu bekommen. Dabei werden die Hafenbosse von der Portugiesischen Regierung aktiv unterstützt. Die Ministerin für See und Sicherheit, Ana Paula Vitorino, ging sogar soweit die Proteste, die mehrfach geäußert wurden zu leugnen und zu behaupten: „Es gibt keine Probleme mit unständig beschäftigten Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern in den portugiesischen Häfen.“

Das steht in krassen Gegensatz dazu, dass seit dem 13. August eine landesweite Solidaritätswelle mit den befristet, unständig oder in Niedrigstlohngruppen Beschäftigten organisiert wurde. Die Kolleginnen und Kollegen von Setúbal führten seit dem 5. November ebenfalls einen Solidaritätsstreik gegen diese inakzeptablen Verhältnisse. Daraufhin wurden einer kleinen Zahl neue feste Verträge angeboten. Die Antwort der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter aus Setúbal war – entweder wir unterschreiben alle oder keiner!

Im Hafen von Setúbal ist die Autoverladung für VW/Autoeuropa fast vollständig zum erliegen gekommen. Darum wurden Streikbrecher angeheuert. Das wollten sich die Kolleginnen und Kollegen nicht gefallen lassen und blockierten am 22. November 2018 den Hafen. Die Polizei setzte Bürgerkriegstruppen gegen die Blockierer ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fordern alle Kolleginnen und Kollegen auf, die dies hier lesen – schreibt Solidaritätserklärungen aus euren Häfen. Macht diese Zustände bekannt!

Solidarität mit den Dockern in Setúbal!  You never walk alone!

Internationaler Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch

www.dockers-international.org

Koordinierungsgruppe Deutschland Hamburg, 25. November 2018

An die

streikenden Hafenarbeiter in Lissabon

und ihre Gewerkschaft SEAL

Solidarität:  You never walk alone

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben vor kurzem von eurem mutigen Kampf im Hafen von Setúbal/Lissabon  erfahren. Es ist eine Frechheit, dass die meisten Docker von euch seit Jahrzehnten als Unständige (Precarios)  arbeiten müssen und euch Mindestrechte vorenthalten wurden. Wir unterstützen euren Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und verbindliche Tarifverträge! 

Und es ist ungeheuerlich, dass für die Autoverladung von Autoeuropa Streikbrecher eingesetzt werden und mit der Polizei euer Kampf und eure Blockade in Bürgerkriegsmanier terrorisiert wird.

Schluss mit der Kriminalisierung von Arbeiterkämpfen! 

In dieser Situation gibt es nichts wichtigeres als die volle Solidarität der Autobauer von Autoeuropa mit den Dockers/ Estivadores. Wenn die Arbeiter gemeinsam bei Auto Europa und dem Hafen für ihre Forderungen eintreten und kämpfen, und sich nicht spalten lassen, dann entsteht hier eine kampferprobte  Arbeitereinheit  gegen die Kapitalisten.

Und hier ist auch die internationale Solidarität gefragt, um euren Kampf bekannt zu machen, zu unterstützen und über Ländergrenzen hinweg jede sozialchauvinistische Standortpropaganda und Spaltung nach Häfen, Ländern und Nationen zu verhindern. 

Für dieses Anliegen haben sich erstmals im Jahr 2008 Hafenarbeiter aus Deutschland und den Niederlanden, inzwischen auch aus Russland (Sankt Petersburg) zum internationalen Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch zusammengefunden. Hier haben sich Hafenarbeiter, ihre Familien, Freunde zusammengeschlossen, um über Ländergrenzen hinweg die Erfahrungen der Docker auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Wir sind Mitglieder in verschiedenen Gewerkschaften und treten dafür ein, dass diese tatsächlich als Kampforganisationen tätig sind. Wir haben eine Homepage eingerichtet, um auch aktuell über wichtige Kämpfe der Docker zu berichten und die Solidarität zu organisieren. Wir organisieren ca. alle drei Jahre Treffen des Hafenarbeiter Erfahrungsaustausches – bisher in Hamburg, Rotterdam, Bremerhaven.

Wir wünschen euch vollen Erfolg und wachsende Solidarität. Wir werden euren Kampf in den deutschen Häfen, in denen wir arbeiten, bekannt machen und Solidarität organisieren. Wir wünschen euch, euren Familien und Freunden, dass ihr eure berechtigten Forderungen vollständig durchsetzt und jede Diskriminierung, polizeiliche Verfolgung beendet wird. Berichtet über den Fortgang eures Kampfes!

You never walk alone!

Hoch die Internationale Solidarität!

für die deutsche Koordinierungsgruppe

Joachim Griesbaum