Wer Nachrichten und Informationen auf der Website anbringen will, nutzt das Kontaktformular – Danke

Mai 2020

Paddy Crumlin (ITF): „Neue Normalität stellt die Arbeiterklasse an erster Stelle“

Aus „De Volle Lading“ Ausgabe Mai 2020

Paddy Crumlin (Präsident der ITF – International Transport Workers Federation) wandte sich an die Öffentlichkeit mit einer speziellen Botschaft zum 1. Mai: über Korona, den 1. Mai und eine neue Normalität, die die Arbeiterklasse an erster Stelle stellt. Unten einige Zitate daraus:

„Diese Krise, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurde, hat der Welt gezeigt, was wir immer wussten, dass Transportarbeiter die Welt in Bewegung halten. … Wir müssen dies in Macht umsetzen. Führungskräfte auf der ganzen Welt sprechen davon, zur „Normalität“ zurück zu kehren. Aber wir Gewerkschafter wissen, dass eine Rückkehr zum „Normalen“ nicht gut genug ist. Die Arbeiter, die heute dafür sorgen, dass das Krankenhauspersonal zur Arbeit kommt, die Kranken die Medikamente geben, die sie brauchen, und dass die Supermarktregale mit Lebensmitteln gefüllt sind, sind auch dieselben Arbeiter, die seit Jahren gegen sinkende Löhne kämpfen – oft gegen Armutslöhne , verstärktes Outsourcing, Sozialdumping, unsichere Beschäftigungsmodelle und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und des Schutzes. Wir haben die Kriminalität von „normal“ während dieser Krise gesehen – Hunderttausende von Arbeitnehmern wurden entlassen oder auf einen Schlag ohne Lohn gelassen. Millionen mussten ohne angemessenen Schutz arbeiten, was zum Tod von Tausenden von Arbeitnehmern an vorderster Front führte. Das System ist kaputt und wir müssen gemeinsam Kampagnen durchführen, um es zu ändern. Wir müssen heute innehalten, um stolz auf das zu sein, was wir tun, unsere Werte zu feiern, sinnvolle Solidarität über Grenzen hinweg zu demonstrieren und uns gemeinsam zu verpflichten, für eine neue Normalität zu werben, sie zu organisieren und zu erkämpfen, die die Arbeiterklasse an erste Stelle setzt. “

April 2020

Vor, während und nach der Corona-Krise: „Zusammen“ gibt es nicht

Aus „De Volle Lading“ Ausgabe April 2020

Das am meisten verwendete Wort in der Coronakrise ist „Zusammen“. Der Niederländische Ministerpräsident Rutte hat es mit der Ankündigung der Maßnahmen geprägt: „Wir müssen es zusammen tun.“ Und danach wurde es nachgeplappert (und gesungen) durch Fernseh-Berühmtheiten und Kommentatoren in allen Sorten von Varianten.

Zu wenige Betten und zu wenige Mitarbeiter in den Intensivstationen

Vielleicht gut daran zu erinnern, dass es kein „zusammen“ gab, als die Intensivstationsbetten wegen der „Sparprogramme“ gekürzt wurden. Als die Löhne der Krankenschwestern und anderer Pflegekräfte gekürzt wurden, gab es ebenfalls kein „zusammen“. Als das Krankenhauspersonal für mehr Löhne und weniger Arbeitspensum in den Ausstand trat, war die Regierung nicht ansprechbar. Woher kommt denn der Mangel an Intensivstation-Krankenschwestern her?

Öffentliche Treffs geschlossen, aber die Produktionsarbeit muss weitergehen

Und nach der Arbeit passiert nichts mehr zusammen! Restaurants, Cafés und Theater sind geschlossen. Aber fast die gesamte Industrieproduktion geht weiter. Und während die Polizisten scharf in den Parks und auf den Straßen kontrollieren und Drohnen die Stränden überfliegen, ist bisher kein Kontrolleur bei der Überprüfung einer Fabrik entdeckt worden.

Pflegeheime sind für den öffentlich Zugang gesperrt, aber das Personal muss ohne Schutzausrüstung arbeiten

Zusammen? Den Familien und Bekannten ist der Zugang zu Krankenhäuser und Pflegeheime nicht mehr erlaubt: eine Maßnahme um gebrechliche Alte und Kranke zu schützen?
Die RIVM-Richtlinien lassen die Krankenschwestern, Pfleger und Betreuer in ihrer Arbeit ungeschützt. Dasselbe gilt für die häuslichen Pfleger. So lange sie kein Fieber haben, und sie husten nicht, gilt eine Entfernung von eineinhalb Meter als ausreichend und Mundmasken sind nicht notwendig.
Aber das Virus ist wahrscheinlich sogar bei milden Symptomen ansteckend. Wie soll man Menschen pflegen und ihnen helfen über eine Entfernung von eineinhalb Meter? Krankenschwester und Betreuer sind deshalb gezwungen unter diesem Risiko ihre Arbeit zu machen, ein komplettes Heim anzustecken, oder selbst krank zu werden. Es geschah in Sommelsdijk, es geschah in Heerde, welches Heim wird folgen?

Milliarden – nicht für die Arbeiter, sondern für die großen Unternehmen

Und wer profitiert von jene Milliarden-Subventionen? Besonders zu den großen Unternehmen mit viel Personal: beim Griff in die Steuerkasse sind sie nicht zurückhalten.

Die Milliarden dienen nicht den Teilzeit- und Leiharbeitern, die ihre Arbeitsplätze verlieren.

Sie erreichen auch kaum den Mittelstand und die freien Mitarbeitern, die soziale Hilfevorteile erhalten können, wenn die Geschäfte stillstehen – 4000 Euro für drei Monaten als Entschädigung. Damit können sie nicht die Miete bezahlen und ihre Verbindlichkeiten begleichen.
Zinssätze werden von der EZB durch das Kaufen korporativer und Regierungsdarlehen für Hunderte von Milliarden künstlich niedrig gehalten. Um die Banken vor Schaden zu bewahren, versichert der Staat einen großen Teil des Gelds, dass sie an die Betriebe geliehen haben.

Wenn es die großen Unternehmen betrifft und es um die Banken geht, gibt es viel Geld. Als es „Sparmaßnahmen“ gab, sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden. Sobald Milliarden an Geld ausgegeben werden, werden die Reichen wieder reicher und die ärmeren Arm.

Bereitet euch für die Zeit nach Corona vor

Es ist gut, nach dem Coronazeitalter bereit zu sein. Sie können auf die großen Unternehmen, Banken und die Regierung zählen, die sie auch gut vorbereiten. Wir müssen es wahrscheinlich dann „zusammen“ schultern, den Schaden des Coronavirus aufzuräumen. Und dann wird „zusammen“ wieder ein sinnloser Ausdruck sein.
Wenn uns die Coronakrise etwas lehrt, dann ist es dass, dass zwischen der Regierung, den großen Unternehmen und dem Rest der Bevölkerung kein „zusammen“ besteht.
Ja, wir leben in demselben Land, aber die Unternehmen profitieren von unserer Arbeit und sie haben ganz andere Interessen als wir.

Alles, was sie tun geht auf unsere Kosten von uns

Kapitalismus schützt unsere Löhne, unsere Arbeitsplätze, unsere Jugend und unsere Gesundheit nicht. Weg damit!

Lasst uns sicherstellen, dass Rutte in einem Ding Recht hat: dass die Welt nach Corona ganz verschieden sein ganz wird.

März 2020

Volle Solidarität mit den Dockern in Lissabon – You`ll Never Walk Alone!

Solidaritätserklärung der Koordinierungsgruppe Internationaler Hafenarbeitererfahrungsaustausch, Hamburg/Rotterdam 12.3.2020

Eurer Standhaftigkeit und Kampfkraft gehört unsere größte Anerkennung. Wie kann eine Regierung sich Sozial oder Sozialistisch nennen, die derartig übel mit den Arbeitern umgeht. Diese Regierung hat jeden sozialen Anspruch verloren, die im Dienste der Hafenbosse 250 Kollegen zumutet, über ein Jahr ohne Lohn auszukommen. Dass ihr euch dagegen wehrt und den Streik als scharfe Waffe einsetzt ist, vollkommen berechtigt.

Der betrügerische Bankrott von A-ETPL ist ein Skandal ersten Ranges. Insbesondere unter dem Aspekt, dass die Regierung ihr eigenes Abkommen vom 27. Mai 2016 mit eurer Gewerkschaft SEAL verletzt, in dem sie versucht die vereinigte Kampfkraft der Lissabonner Kollegen mit dem Einstellungsangebot an 30 Kollegen bei Porlis, einem Unternehmen der Yilport-Gruppe, zu zersetzen. Das stößt zu Recht auf größte Empörung bei den Kollegen. Spalte und Herrsche – so hätten es die Herren gerne. Bleibt hart und standhaft!

Auch in Deutschland versuchen die Hafenbetreiber ähnliche Methoden. 2018 wurden rund 200 Arbeitsplätze bei BUSS in Hamburg durch aktive Politik des SPD/Grünen-Senats vernichtet. Die Stauerei Tiedemann und ihre 100%ige Tochter LCH (Laschkompagnie Hamburg) gingen unter ungeklärten Umständen in Insolvenz. Fast zur gleichen Zeit wurde der GHB in Bremen liquidiert. Ähnliches berichten die Kollegen aus Rotterdam. 

Die Lasten der aktuellen Weltwirtschafts- und Finanzkrise sollen auf die Arbeiter abgewälzt werden. Umso wichtiger ist es, dass wir uns über Ländergrenzen hinweg gegen diese Methoden, die die Hafenarbeiter wieder zu Freiwild machen wollen, zusammenschließen.

Wir hatten bereits bei unserem Besuch im März 2019 eurer Gewerkschaft SEAL zugesichert, dass wir als Koordinierungsgruppe weiter daran arbeiten wollen, dass die Kämpfe der Hafenarbeiter in Südeuropa auch in den großen Häfen in Deutschland, Niederlande, der Nordrange bis nach St. Petersburg bekannt gemacht werden. Wir wollen auch eine praktische Solidarität entwickeln und werden über unsere Website www.dockers-international.org über euren Kampf berichten. Wir werden uns, entsprechend unseren Möglichkeiten direkt an die Hafenarbeiter in den Häfen in denen wir arbeiten richten.

Solidarische Grüße 

Koordinierungsgruppe Internationaler Hafenarbeitererfahrungsaustausch

Januar 2020

Uniporters – Erhöht den Druck!

(übersetzt aus De Volle Lading, 01-2020)

Nach der mächtigen Demonstration von Uniporters am 13. Dezember hat es sich etwas beruhigt. Am 13. Januar fand eine Demonstration beim UWV (Institut für soziale Sicherheit der Arbeitnehmer) statt. UWV konnte melden, dass vom Arbeitgeber Steinweg keine Kündigungsanträge gestellt worden waren.

Stillstand ist Niedergang

Stillstand im Kampf gegen Entlassungen bedeutet meistens Niedergang. Stillstand bedeutet, dass Pessimismus die Oberhand gewinnen kann: Die Geschäftsführung lehnt sich zurück und entspannt sich, die Kollegen sind ein Bündel von Nerven. Schiffe kommen nicht mehr und gelegentlich wird ein Container angeliefert – es bleibt also genügend Zeit, um die Angelegenheit wieder selbst in die Hand zu nehmen.

„Kein Kommentar“ ist ein bisschen seltsam

Die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen, kann auf viele Arten geschehen. Die Demonstration bei der UWV ist eine Aktion, die sofort wieder zu Bekanntheit führte. Und sofort hatte Steinweg wieder nichts dazu zu sagen, denn wie immer hatten sie nur eine Botschaft: „kein Kommentar.“ Zu Beginn gab Steinweg an, dass sie die Verantwortung für das Personal übernehmen werden, danach aber die Hälfte davon in das Arbeitslosengesetz eintragen wolle. In diesem Fall ist „Kein Kommentar“ etwas seltsam.

An die Kollegen anderer Unternehmen

Ein Vorschlag zur weiteren Erhöhung des Drucks könnte in Gesprächen mit den Kollegen der anderen Hafengesellschaften bestehen. Dies kann während des Schichtwechsels am Tor geschehen, dann steht der Verkehr in der Regel für eine Weile still. Aber es kann in der Mittagspause in der Kantine gemacht werden, dann ist eine echte Diskussion möglich. Das eigentliche Problem ist: Erlauben wir den Geschäftsführern, Kollegen, Unternehmen für Unternehmen, zu entlassen. Oder machen wir es ihnen gemeinsam unmöglich? In der Einheit ist vieles möglich, getrennt bist du schwach. Das Zusammenarbeiten geschieht nicht automatisch: Es erfordert Diskussion, Information und Nachdenken.

Oktober 2019

Uniport geschlossen? Kampf um jeden Arbeitsplatz!

von De Volle Lading, November 2019

Das Mutterunternehmen C. Steinweg Handelsveem gab Ende Oktober bekannt, dass Uniport am 31. März 2020 geschlossen werden soll. Sie sagte auch, dass sie versuchen, das Personal (200 Personen) so weit wie möglich bei anderen Steinweg-Unternehmen unterzubringen, und dass dafür mit der Gewerkschaft einen Sozialplan abschließen wollen. Viele Jahresverträge wurden in den letzten Monaten nicht verlängert. Die Botschaft zeigt zwei Seiten der kapitalistischen Realität.

Rentabilität zerstört Arbeitsplätze

Einerseits haben sie nur so lange Arbeit, wie der Kapitalist reicher wird. Wenn er nicht mehr von uns verdient, wird man entlassen – wenn das Unternehmen nicht mehr rentabel ist, wird es geschlossen. Es geht immer um Profit. Es spielt keine Rolle, ob man hart gearbeitet hat oder nicht, es spielt keine Rolle, ob das Unternehmen etwas tut, das sozial nützlich ist oder nicht – das einzige, was zählt, ist Profit.

Angst vor Widerstand und politischem Bewusstsein

Andererseits hat ein Kapitalist auch Angst vor den Reaktionen, die Profit unter den Werktätigen hervorrufen können. Er möchte Maßnahmen ergreifen, ohne Widerstand zu fordern. Er möchte Entscheidungen treffen, ohne dass die Werktätigen über mögliche Alternativen zum Kapitalismus nachdenken. Deshalb will Steinweg die Uniporter so weit wie möglich innerhalb der Gruppe verlegen und mit den Gewerkschaften einen Sozialplan abschließen.

Offensive Forderungen und Solidarität

Einige Uniporter befürchten, dass der Kampf um klare Forderungen dazu führen wird, dass Steinweg eine Sanierung mit betriebsbedingten Kündigungen durchführt. Aber andererseits: Steinweg hat keine Angst vor dem Ärger, den betriebsbedingte Kündigungen bedeuten. Es ist an der Zeit, einen Schritt nach vorne zu machen: Offensive Forderungen, offensiver Kampf und so die Solidarität der Kollegen in anderen Steinweg-Unternehmen und im Rest des Hafens zu mobilisieren. Für uns Kollegen der anderen Steinweg-Unternehmen und des restlichen Hafens gilt: Wenn Uniporter gefeuert werden, sind wir die nächsten an der Reihe. Wenn 200 Stellen gestrichen werden – wo werden unsere Kinder bald arbeiten?

• Kampf um jeden Arbeitsplatz!

• Ersatzarbeitsplätze in anderen Steinweg-Firmen!

• Ersatzarbeitsplätze in anderen Hafenbetrieben!

• Arbeitszeitverkürzung, um Arbeitsplätze zu erhalten!

Die Hafenbehörde von Rotterdam und die Hafenunternehmen müssen Versprechen in Bezug auf die Container-Transit-Straße auf der Massflakte einhalten

Am 15. und 17. Oktober haben Hafenarbeiter vor dem Büroturm der Hafenbehörde von Rotterdam Maßnahmen ergriffen. Sie protestierten gegen die Pläne der Hafenbehörde und der Hafengesellschaften, die „Container Exchange Route“ vollständig zu automatisieren. Dies ist eine Transit-Straße für den Containertransport von einem Terminal zum anderen auf der Maasvlakte 1 und 2 – ohne zollrechtliche Eingriffe.100 Arbeitsplätze gehen verloren. Die Rotterdamer Hafenarbeiter gaben eine Erklärung mit dem Aufruf ab: „Kollegen wacht auf und schließt euch unserem Kampf an, 100 Familien sind besorgt!“ Eine Delegation der Aktivisten sprach am 15. Oktober mit einem Repräsentanten der Hafenbehörde: „In diesem Gespräch haben wir unser Missfallen zum Ausdruck gebracht und gezeigt, dass wir ernst und wütend sind. Wir haben wirklich keine Antwort bekommen. “Am Donnerstag, den 17., betonte einer der Organisatoren in seiner Rede, dass der Kampf intensiviert werden muss“. Ein Kollege fügte hinzu, dass der Kampf nicht nur gegen die Hafenbehörde, sondern auch gegen die Unternehmen gerichtet sein sollte. Eine Solidaritätserklärung wurde am Donnerstag im Namen des Offenen Aktionsausschusses des Renten-Newsletters vorgelesen (Dieser Ausschuss kämpft für die Rückforderung von 2,4 Mrd. € Hafenrentengebühren, die der Versicherungskonzern Aegon „legal“ gestohlen hat).

Juli 2019

Solidaritätserklärung mit Kapitänin Carola Rackete

9. Juli 2019

An Carola Rackete

zur Kenntnis „Seebrücke“

Liebe Carola Rackete, liebe Aktivisten,

euer Kampf um das Recht auf Flucht und die Durchsetzung des Rechts und der Pflicht der Seenotrettung verdient unsere größte Hochachtung. Seenotrettung ohne einen Hafen an dem die Geretteten wieder festen Boden unter die Füße und Lebensperspektive bekommen, ist ein leeres Wort. Die mutige und couragierte Handlung der Kapitänin
Carola Rackete  hat unsere volle Solidarität und bekommt zu Recht eine breite Unterstützung von Gewerkschaften bis hin zu Kulturschaffenden. 

Es ist eine unerhörte Drohung gegen Carola Rackete durch den faschistoiden Innenminister Salvini: „Der Platz dieses Fräuleins wäre an diesem Abend das Gefängnis gewesen. Ein Richter hat entschieden, dass es nicht so ist … Wie dem auch sei, wir werden diese Justiz verändern.“ Dieser Faschisierung des Staatsapparats in Italien muss entschieden entgegengetreten werden. Allerdings sind an dieser Politik alle EU-Länder beteiligt. Es ist pure Heuchelei der Bundesregierung, wenn sie jetzt Salvini kritisiert. Sie ist ebenso an der Einstellung der Seenotrettung im Mittelmeer beteiligt wie an der Schließung der Grenzen. Sie hat u.a. mit ihrem Pakt mit Erdogan dazu beigetragen, dass die Fluchtwege an Land verschlossen wurden. 

Es ist gerade die Politik im Interesse der Monopole aus den EU-Ländern, die dazu führt, dass ganze Landesteile u.a. in Afrika durch Kriege oder die katastrophale Erderwärmung unbewohnbar werden und die Menschen um ihr Leben flüchten müssen. Hier wird die EU als imperialistisches Staatenbündnis sichtbar, die ihre Politik mit Aggression nach Außen aber auch durch die Rechtsentwicklung der Regierungen, bürgerlicher Parteien und wachsender Faschisierung des Staatsapparats nach Innen durchsetzen will.

Der Internationale Hafenarbeitererfahrungsaustausch hat sich zum Ziel gesetzt, den Kolleginnen und Kollegen in den Häfen, Werften und auf See zu helfen, sich in ihren Kämpfen zu koordinieren und ihre Erfahrungen dabei international auszutauschen. Darum unterstützen wir auch diesen Kampf und machen ihn entsprechend unserer Möglichkeiten breit bekannt.

Schluss mit der Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer – Straffreiheit für Carola Rackete!

Mit solidarischen Grüßen

im Auftrag der Koordinierungsgruppe 

Jürgen Bader

März 2019

Angekündigter Streik der schwedischen Hafenarbeiter vom Svenska Hamnarbetarförbundet am 6. März 2019 braucht unsere Solidarität

Die Gewerkschaft schreibt in ihrem Aufruf:

In den Häfen des Landes gibt es einen hauptsächlich wichtigen Konflikt. Nachdem die Arbeitgeberorganisation Sveriges Hamnar den Konflikt mit einer Aussperrung der Beschäftigten drastisch eskaliert hatte, was in der Praxis als Lohnmaßnahme eine Lohnsenkung bedeutet, hat der Hamnarbetarförbundet die vollständige Schließung der Arbeit vom 6. März angekündigt. Die Hafenarbeitergewerkschaft will ein Kollektiv gründen Vereinbarung mit der Arbeitgeberorganisation. Eine Vereinbarung, in der die Gewerkschaft zu einer vollständigen Partei wird, die das Recht hat, die Bedingungen der Mitglieder vor Ort auszuhandeln und das Recht, einen Sicherheitsvertreter zu wählen. Es wäre eine sogenannte zweite Vereinbarung mit einer schlechteren Rechtslage als die erste Vereinbarung, die von der Transport Workers Union unterzeichnet wurde. Sie wird von den Hafenarbeitern akzeptiert, aber neben der geltenden Rechtsprechung will man keine weiteren Einschränkungen ihrer Gewerkschaftsrechte haben. Seit der Gründung der Gewerkschaft wurde der Gewerkschaft der Hafenarbeiter seit fast fünf Jahrzehnten die Unterzeichnung von Tarifverträgen verweigert. Im April 2018 verschärfte sich die Situation, da die Arbeitgeber eine Abschottungspolitik durchführten, was zur Folge hatte, dass die gesamte Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft zurückgezogen wurde. Mehr als einhundert Sicherheitsmitarbeiter haben ihr Mandat für sichere Arbeitsplätze verloren. Man ist jetzt besorgt, dass auf den Kais schwerere Unfälle und im schlimmsten Fall Todesfälle auftreten werden. Dennoch entscheidet sich die Hälfte der Hafenarbeiter des Landes dafür, Mitglieder der Hafenarbeitergewerkschaft zu bleiben. Es hängt vom Organisationsmodell der Gewerkschaft ab, mit einer umfassenden Mitgliedschaftsdemokratie. Es sind immer die betroffenen Mitglieder, die entscheiden, wie sich die Gewerkschaft in verschiedenen Situationen verhalten soll. Dies gilt für alles von lokalen Schichtvereinbarungen bis zu zentralen Entscheidungen. Nach Verhandlungen und Vermittlung weigert sich die Arbeitgeberorganisation immer noch, einen ordnungsgemäßen Tarifvertrag zu unterzeichnen. Sie möchten einen Anhang hinzufügen, in dem die Gewerkschaft die Möglichkeit verweigert, an Verhandlungen über den Alltag der Mitglieder am Arbeitsplatz teilzunehmen. Es wäre unangemessen, wenn eine Gewerkschaft in diesen Räumlichkeiten Vereinbarungen unterzeichnet. Auf dem schwedischen Arbeitsmarkt ist es nicht ungewöhnlich, einen Tarifvertrag mit mehreren Gewerkschaften für dieselbe Arbeit zu haben. Im Gegenteil, es ist auf der offiziellen Seite sehr verbreitet und kommt auch im Beruf der Arbeiter vor. Natürlich kann das auch in den Häfen gemacht werden. Die Umschlagsbetriebe brauchen Zusammenarbeit und langfristige Arbeit. Sie können dies nicht erreichen, indem Sie praktisch die Hälfte der Hafenarbeiter des Landes dazu zwingen, ihre Gewerkschaftsorganisation zu demontieren, sondern indem Sie sie als vollwertiger Vertragspartner freigeben. Die Hafenarbeiter fordern Respekt für das Recht, durch die gewählte Gewerkschaft in einem demokratischen Land vertreten zu werden. Tragen Sie zum Erfolg des Kampfs der Hafenarbeiter bei! Swish 123 132 1959 Bg 177-9750 Verfolgen Sie die Entwicklung auf www.hamn.nu und auf der Facebook-Seite von Hamnarbetarförbundet (übersetzt mit Google)

Der Aktuelle Spendenstand ist bis heute knapp 95.000 Euro!

Solidaritätserklärung – 19. Feb. 2019

Internationaler Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch

Internationale Koordinierungsgruppe Hamburg/Rotterdam

19. Februar 2019

An die Kolleginnen und Kollegen der Werft von Astillero Rio Santiago

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben von eurem Kampf und Streikaktionen beginnend im Jahr 2018 gehört. Wir sprechen euch die volle Solidarität im Kampf gegen die Entlassung von 3000 Arbeitern aus. Euer Kampf hat weit über die ökonomische Seite hinaus Bedeutung – für Arbeiterrechte, für eine lebenswertes Dasein, für Leben und Arbeit in Würde. In all dem kämpft ihr entschlossen gegen die reaktionären Politik der Macri -Regierung und deren brutalen Einsatz von Polizeikräften. Wir haben großen Respekt vor der langen Tradition eurer Kämpfe, die sich schon in den 1990er Jahren erfolgreich gegen die Privatisierungspläne zur wehr gesetzt haben.

Es muss ein Grundanliegen aller Hafenarbeiter, Werftarbeiter, Transportarbeiter weltweit sein, dass kein einziger Kampf und Streik auf den Werften und Häfen alleine bleibt. Die Kraft der vereinten und einigen Arbeiterklasse ist stärker als die Ausbeuterherrschaft der Kapitalisten. Lassen wir uns nicht spalten in Nationen, Hautfarben, Standorte …

Hoch die internationale Solidarität.

Bisher haben sich im Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustausch Hafen und Werftarbeiter aus Europa, vor allen Dingen aus den Niederlanden, Deutschland und Russland zusammengeschlossen. Wir arbeiten in verschiedenen Gewerkschaften und setzen uns dort dafür ein, dass diese tatsächliche Kampforganisationen für uns Arbeiter und Angestellte sind! Wir haben inzwischen eine Homepagewww.dockers-international.orggeschaffen. Der Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch ist weltanschaulich offen für eine Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung. Aber wir sind vom ganzen Herzen, unsere Geschichte und Überzeugung Antifaschisten. Um diese Anliegen zu stärken arbeiten wir auch eng mit der revolutionären Weltorganisation ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) zusammen

Wir werden euer Kampf und euer Anliegen unter anderem über unsere Homepage und die Aktivisten des Hafenarbeiter Erfahrungsaustausches bekannt machen.

Wir wünschen euch, euren Familien viel Kraft und Solidarität,

You never walk alone

Hoch die Internationale Solidarität

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen

Birgit, Jeroen, Joachim, Jürgen

In Spanisch:

Intercambio Internacionalde Experiencias delos TrabajadoresPortuarios

Grupo de Coordinación Internacional

Hamburgo/Rotterdam

19de febrero de 2019

A las compañeras y compañeros del Astillero Río Santiago

Queridos compañeros:

Nos hemos enterado de su lucha y acciones huelguísticas a partir de 2018. Les expresamos nuestra plena solidaridad en la lucha contra el despido de 3.000 trabajadores. Su lucha tiene una importancia mucho más allá del aspecto económico: por los derechos de los trabajadores, por una vida que vale la pena, para que podamos vivir y trabajar de manera digna. En todo esto ustedes luchan decididamente contra la política reaccionaria del gobierno de Macri y su brutal uso de las fuerzas policiales. Tenemos un gran respeto por la larga tradición de las luchas de ustedes, que ya se opusieron con éxito a los planes de privatización en la década de 1990.

Debe ser una preocupación fundamental de todos los trabajadores portuarios, de los astilleros y de los trabajadores del transporte de todo el mundoque ninguna lucha y ninguna huelga en los astilleros y los puertos quedeaislada. La fuerza de la clase obrera unida y unificada es más fuerte que el dominio explotador de los capitalistas. No nos hagamos dividir en naciones, colores de piel, lugares de producción … Arriba la solidaridad internacional.

Hasta ahora, el Intercambio Internacional de Experiencias de los Trabajadores Portuariosha reunido a trabajadores portuarios y trabajadores de astillero de Europa, sobre todo de los Países Bajos, Alemania y Rusia. ¡Nosotros trabajamos en varios sindicatos y nos empeñamos allí para asegurar que ellos sean verdaderas organizaciones de lucha para nosotros, los trabajadores y empleados! Mientras tanto hemos creado una página web: www.dockers-international.org. El intercambio de experiencias de los trabajadores portuarios está ideológicamente abierto para una sociedad sin explotación y opresión capitalista. Pero somos antifascistas de todo corazón, de nuestra historia y convicción. Con el fin de fortalecer estos anhelos, también trabajamos en estrecha cooperación con la organización revolucionaria mundial ICOR (Coordinación Internacional de Partidos y Organizaciones Revolucionarios).

Daremos a conocer su lucha y sus preocupaciones a través de nuestra página web y los activistas del Intercambio Internacional de Experiencias de los trabajadores portuarios.

Les deseamos a ustedes y a sus familias mucha fuerza y solidaridad,

You never walk alone Nunca caminas solo

Arriba la solidaridad internacional

Saludos cordiales y solidarios

Birgit, Joachim, Jeroen, Juergen


Solidarität mit den Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern in Setúbal notwendig!

Nachdem 309 unständige Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter sich vor etwas mehr als einem Vierteljahr entschlossen aus Protest gegen die Ignoranz ihrer Lage in die Gewerkschaft SEAL einzutreten, wurden sie durch die Hafenbetriebe von denen sie angefordert wurden gemoppt, nicht mehr beschäftigt etc.. Sie arbeiten im RoRo-Bereich der Häfen Madeira, Leixões und Setúbal.

Ihre Forderungen waren, dass sie fest eingestellt und die entsprechenden minimalen Sozialversicherungen bekommen. Stattdessen versuchen nun die Hafenbosse Kolleginnen und Kollegen aus anderen Häfen für diese Tätigkeiten zu bekommen. Dabei werden die Hafenbosse von der Portugiesischen Regierung aktiv unterstützt. Die Ministerin für See und Sicherheit, Ana Paula Vitorino, ging sogar soweit die Proteste, die mehrfach geäußert wurden zu leugnen und zu behaupten: „Es gibt keine Probleme mit unständig beschäftigten Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern in den portugiesischen Häfen.“

Das steht in krassen Gegensatz dazu, dass seit dem 13. August eine landesweite Solidaritätswelle mit den befristet, unständig oder in Niedrigstlohngruppen Beschäftigten organisiert wurde. Die Kolleginnen und Kollegen von Setúbal führten seit dem 5. November ebenfalls einen Solidaritätsstreik gegen diese inakzeptablen Verhältnisse. Daraufhin wurden einer kleinen Zahl neue feste Verträge angeboten. Die Antwort der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter aus Setúbal war – entweder wir unterschreiben alle oder keiner!

Im Hafen von Setúbal ist die Autoverladung für VW/Autoeuropa fast vollständig zum erliegen gekommen. Darum wurden Streikbrecher angeheuert. Das wollten sich die Kolleginnen und Kollegen nicht gefallen lassen und blockierten am 22. November 2018 den Hafen. Die Polizei setzte Bürgerkriegstruppen gegen die Blockierer ein.

Wir fordern alle Kolleginnen und Kollegen auf, die dies hier lesen – schreibt Solidaritätserklärungen aus euren Häfen. Macht diese Zustände bekannt!

Solidarität mit den Dockern in Setúbal!  You never walk alone!

Internationaler Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch

www.dockers-international.org

Koordinierungsgruppe Deutschland Hamburg, 25. November 2018

An die

streikenden Hafenarbeiter in Lissabon

und ihre Gewerkschaft SEAL

Solidarität:  You never walk alone

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben vor kurzem von eurem mutigen Kampf im Hafen von Setúbal/Lissabon  erfahren. Es ist eine Frechheit, dass die meisten Docker von euch seit Jahrzehnten als Unständige (Precarios)  arbeiten müssen und euch Mindestrechte vorenthalten wurden. Wir unterstützen euren Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und verbindliche Tarifverträge! 

Und es ist ungeheuerlich, dass für die Autoverladung von Autoeuropa Streikbrecher eingesetzt werden und mit der Polizei euer Kampf und eure Blockade in Bürgerkriegsmanier terrorisiert wird.

Schluss mit der Kriminalisierung von Arbeiterkämpfen! 

In dieser Situation gibt es nichts wichtigeres als die volle Solidarität der Autobauer von Autoeuropa mit den Dockers/ Estivadores. Wenn die Arbeiter gemeinsam bei Auto Europa und dem Hafen für ihre Forderungen eintreten und kämpfen, und sich nicht spalten lassen, dann entsteht hier eine kampferprobte  Arbeitereinheit  gegen die Kapitalisten.

Und hier ist auch die internationale Solidarität gefragt, um euren Kampf bekannt zu machen, zu unterstützen und über Ländergrenzen hinweg jede sozialchauvinistische Standortpropaganda und Spaltung nach Häfen, Ländern und Nationen zu verhindern. 

Für dieses Anliegen haben sich erstmals im Jahr 2008 Hafenarbeiter aus Deutschland und den Niederlanden, inzwischen auch aus Russland (Sankt Petersburg) zum internationalen Hafenarbeiter Erfahrungsaustausch zusammengefunden. Hier haben sich Hafenarbeiter, ihre Familien, Freunde zusammengeschlossen, um über Ländergrenzen hinweg die Erfahrungen der Docker auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Wir sind Mitglieder in verschiedenen Gewerkschaften und treten dafür ein, dass diese tatsächlich als Kampforganisationen tätig sind. Wir haben eine Homepage eingerichtet, um auch aktuell über wichtige Kämpfe der Docker zu berichten und die Solidarität zu organisieren. Wir organisieren ca. alle drei Jahre Treffen des Hafenarbeiter Erfahrungsaustausches – bisher in Hamburg, Rotterdam, Bremerhaven.

Wir wünschen euch vollen Erfolg und wachsende Solidarität. Wir werden euren Kampf in den deutschen Häfen, in denen wir arbeiten, bekannt machen und Solidarität organisieren. Wir wünschen euch, euren Familien und Freunden, dass ihr eure berechtigten Forderungen vollständig durchsetzt und jede Diskriminierung, polizeiliche Verfolgung beendet wird. Berichtet über den Fortgang eures Kampfes!

You never walk alone!

Hoch die Internationale Solidarität!

für die deutsche Koordinierungsgruppe

Joachim Griesbaum